Sonntag, 20. September 2009

Die Wiedergeburt des Andreas I.

6 Spiele - 3 Tore, 3 Assists. Dies ist die Bilanz von Andreas Ivanschitz beim FSV Mainz 05. Ein Ivanschitz, der als Teenager bei Rapid geliebt wurde und der jüngste Kapitän im Nationalteam war. Der nach seinem Wechsel zu Salzburg bei der grössten Fangemeinde Österreich gehasst wurde und nach diesem Karriere-Fehler mit seinem Wechsel zu Panathinaikos Athen gleich den nächsten setzte. Nicht dass, Pana eine schlechte Adresse wäre, jedoch läuft die griechische Liga an uns vorbei und somit auch am Nationaltrainer ebenso wie an den Medien (die im Hinblick auf die Kaderzusammenstellungen keinen geringen Anteil mit ihrer Meinungsmache haben).

Weiters verbrachte Ivanschitz im sonnigen Griechenland mehr Zeit auf der Bank oder der Tribüne als am Platz. Dies brachte ihn somit aus dem Blickfeld und schlussendlich auch aus dem Nationalteam.

Sein Wechsel im Sommer zum deutschen Aufsteiger Mainz 05 war somit die einzige Chance, aus dem tiefen Loch rauszukommen. Und für viele war dieser Wechsel ein Abstieg, ein Ende der grossen Karrierepläne von Andreas Ivanschitz, der so gerne von England oder ähnlich hochkarätigen Ligen träumte.

In Mainz blüht der Burgenländer nun auf. Die Umgebung im ruhigen Karnevalsort aber auch die Verbannung aus dem Nationalteam haben ihren Teil dazu beitragen, dass der Mittelfeldspieler wieder zu alter Form gefunden hat. Ohne Druck abseits der grossen Erwartungen konnte er sich beim Aufsteiger etablieren.

Meines Erachtens war der Wechsel für Ivanschitz kein Abstieg, sondern ganz im Gegenteil ein in dieser Phase Best-Case-Szenario für ihn. Zum Einen spielt er nun in Deutschland regelmäßig gegen Teams auf höchstem Niveau, er steht in der Bundesliga natürlich ungleich anders auch im medialen Blickpunkt der österreichischen Presse als in Griechenland. Andererseits kann sich der sensible Burgenländer bei einem kleinen Klub wieder neu erfinden und an frühere Leistungen bei Rapid, bei denen er ebenfalls als Nachwuchsspieler keinen grossen Druck spürte, anknüpfen.

Somit sehe ich den Wechsel nach Mainz als erste intelligente Transfer-Entscheidung von Ivanschitz in dessen Fußballer-Karriere.

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