Nun ist der Traum von der WM auch für unsere Medien (fast) ausgeträumt. Eine kleine unrealistische Chance besteht ja immer noch, weshalb das Wunder weiterhin heraufbeschworen wird.
Für unsere Fussballer stand bereits vor dem Spiel die Absicherung von Platz 3 im Vordergrund und dies haben sie eindrucksvoll bewältigt. Das jüngste Team der Nationalmannschafts-Geschichte holte sich ein 1:1 in Rumänien. Ein Punkt in der Fremde bei einem unangenehmen Gegner kann sehr wohl als kleiner Sieg gefeiert werden.
Und was muss ich dann in diesem komischen Boulevard-Blatt lesen, welches die Frechheit hat, sich auch noch nach unserem geliebten Heimatland zu nennen: "Schwache Österreicher verspielen WM-Chance". Da fängt bei mir das Blut zum Kochen an. Man sollte diesem Team Respekt für die gestrige Leistung zollen. Respektieren, dass sie nie aufgesteckt und bis zum Schluss gekämpft haben. Realisieren, dass hier eine Teenie-Truppe am Werk ist mit all ihrer Unkonstantheit, welches die jungen Jahre mitbringen, aber auch mit all dem Spielwitz wie die klassische "Gurke" von Jakob Jantscher.
Wie soll es mit dem Team nun weitergehen?
Der aktuelle Kader ist die erste Ernte einer neuen Nachwuchsarbeit, welche nach all den Finanzeskapaden der letzten Jahre bei uns endlich "gepflanzt" wurde. Man muss dem Team Zeit geben, sich zu entwickeln - damit ist auch der Trainer gemeint, mit dem nun hoffentlich eine längerfristige Lösung angestrebt wird.
Ich hatte gestern einen leichten Flashback zu den EM-Vorbeitungsspielen - auch dort war eine sehr junge Mannschaft am Werk. Auch damals wurde gepredigt, dem Team Zeit zu geben - nur von denen war gestern so gut wie keiner mehr dabei.
Macho (ohne Team), Stranzl (ausser Form), Pogatetz (verletzt), Gercaliu (verpokert), Prödl (verletzt), Ivanschitz (ausser Form), Korkmaz (verletzt), Prager (ausser Form), Linz (verpokert), Säumel (verpokert), Harnik (überschätzt), Kienast (überschätzt) - liest sich wie eine komplette Aufstellung von teilweise jungen Teamspielern - die aktuell keine Rolle spielen (oder fairerweise verletzt sind). Wenn nun auch noch aufstrebende Talente wie Junuzovic, Klein oder das ewige Talent Kavlak berücksichtigt werden, ergibt sich ein stolzer Topf von jungen, guten Teamspielern.
Ihre Aufgabe ist es, nicht den Kopf zu verlieren. Sich nicht von geldgeilen Managern an einen drittklassigen Klub im Ausland verscherbeln zu lassen (siehe Säumel, Linz, Kienast, Macho) um dort auf der Bank zu versauern. Mit dem Blick auf das Team sollten sie intelligent analysieren, ob ein Fix-Leiberl in der tipp3-Liga nicht einem Tribünenplatz im Ausland zu bevorzugen ist.
Ich mag noch nicht so ganz an die rosige Zukunft glauben. Die EM-Quali wird ob traditionell härterer Gegner verdammt schwer, und die Spieler müssen sich ihr Vertrauen erst langfristig erarbeiten - nicht nur auf dem Platz, sondern vor allem abseits des Platzes.
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Donnerstag, 10. September 2009
Sonntag, 6. September 2009
Welcher Teufel hat Janko geritten?
Über das vergangene Länderspiel gegen die Faröer gibt es nichts grossartiges zu berichten. Der Pflichtsieg ist eingefahren, Mund abputzen, weitermachen.
Meine Szene des Abends war aber das Zweikampfverhalten des frischgebackenen (und wohl auch nicht so schnell wieder werdenden) Kapitän Mark Janko. Österreich führt 2:0, das Team läuft in keiner Phase des Spiels Gefahr, die Partie aus der Hand zu geben und was macht der gelbvorbelastete Janko? Setzt vier Fouls in Serie, bis ihn der maltesische Schiri endlich mit der gelben Karte erlöst.
Jetzt gilt Janko gemeinhin als ein intelligenter Fussballer! Dann muss ich mich doch fragen: ich bin gelb vorbelastet, in drei Tagen wartet ein Schlüsselspiel für die Mini-Chance der WM-Teilnahme, ich führe 2:0, habe das Spiel in der Hand und bin Stürmer - welcher Teufel muss mich reiten, um so stümperhaft in Zweikämpfe zu gehen?
War es eine Übermotiviertheit ob der Kapitänsbinde? Hat ihm niemand von der Vorbelastung erzählt? Oder hat am Ende doch die eine oder andere Vernunfts-Gehirnzelle gefehlt?
Janko selbst sagt im Interview, er hätte von der Vorbelastung im Eifer des Spiels nichts gewusst. Er wurde erst von der Bank informiert, dass er nun gesperrt sei.
Und genau an diesem Punkt muss auch Teamchef Didi Constantini in die Verpflichtung genommen werden. Er hätte zur Pause Janko runter nehmen müssen (oder ihn zumindest in der Kabine informieren). Er war zur Halbzeit beim Schiri bereits angezählt, die gelbe Karte nur noch eine Frage der Zeit. Diese Aktion hätte der ganze Erdball verstanden. Somit jedoch fehlt ein starker Stürmer am Mittwoch gegen Rumänien.
Trotz des Pflichtsieges eine kleine gefühlte Niederlage in der UPC-Arena.
Meine Szene des Abends war aber das Zweikampfverhalten des frischgebackenen (und wohl auch nicht so schnell wieder werdenden) Kapitän Mark Janko. Österreich führt 2:0, das Team läuft in keiner Phase des Spiels Gefahr, die Partie aus der Hand zu geben und was macht der gelbvorbelastete Janko? Setzt vier Fouls in Serie, bis ihn der maltesische Schiri endlich mit der gelben Karte erlöst.
Jetzt gilt Janko gemeinhin als ein intelligenter Fussballer! Dann muss ich mich doch fragen: ich bin gelb vorbelastet, in drei Tagen wartet ein Schlüsselspiel für die Mini-Chance der WM-Teilnahme, ich führe 2:0, habe das Spiel in der Hand und bin Stürmer - welcher Teufel muss mich reiten, um so stümperhaft in Zweikämpfe zu gehen?
War es eine Übermotiviertheit ob der Kapitänsbinde? Hat ihm niemand von der Vorbelastung erzählt? Oder hat am Ende doch die eine oder andere Vernunfts-Gehirnzelle gefehlt?
Janko selbst sagt im Interview, er hätte von der Vorbelastung im Eifer des Spiels nichts gewusst. Er wurde erst von der Bank informiert, dass er nun gesperrt sei.
Und genau an diesem Punkt muss auch Teamchef Didi Constantini in die Verpflichtung genommen werden. Er hätte zur Pause Janko runter nehmen müssen (oder ihn zumindest in der Kabine informieren). Er war zur Halbzeit beim Schiri bereits angezählt, die gelbe Karte nur noch eine Frage der Zeit. Diese Aktion hätte der ganze Erdball verstanden. Somit jedoch fehlt ein starker Stürmer am Mittwoch gegen Rumänien.
Trotz des Pflichtsieges eine kleine gefühlte Niederlage in der UPC-Arena.
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